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Boxer versichern

Was Sie davon haben

  • Sie wissen, welche Krankheiten beim Boxer häufig sind, etwa Ohrentzündung und Epulis
  • Sie sehen, was die Behandlung dieser Krankheiten beim Boxer nach der Gebührenordnung kostet
  • Sie erkennen, welche Tarifbedingungen beim Boxer den Unterschied machen
  • Sie wissen, ob der Boxer als Qualzucht gilt
  • Sie vergleichen Tarife nach Versicherungsbedingungen statt nach Werbung

Wenn Ihr Boxer morgen operiert werden muss, liegt die Rechnung nach der Gebührenordnung schnell bei 832 € bis 2.497 €.

Hier sehen Sie, welche Erkrankungen beim Boxer häufig sind, was sie kosten und welcher Tarif sie wirklich abdeckt.

Bei der Hundekrankenversicherung für den Boxer zählen zwei Risiken und eine Zahl: Tumoren, das Herz und eine Lebenserwartung von nur 11,3 Jahren. In britischen Praxisdaten hatten 14,2 % der Boxer im Jahr eine Tumordiagnose, Tumoren waren die häufigste bekannte Todesursache, und das mittlere Sterbealter lag bei 10,5 Jahren. Dazu kommen die Boxer-Kardiomyopathie (ARVC) mit dem Risiko des plötzlichen Herztods und angeborene Verengungen der Herzklappen, die der Zuchtverband seit Jahren untersucht. Eine Tumor-Operation an der Haut kostet nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im Rechenbeispiel 409,17 € bis 1.227,51 € mit Umsatzsteuer. Beim Tarif entscheidet deshalb, ob Tumoren ohne Deckel versichert sind, wie Herzerkrankungen behandelt werden und bis zu welchem Alter der Boxer überhaupt aufgenommen wird.

Stand: September 2026 · Redaktion vierbeiner-versichert.de, verantwortlich Rico Peuker · So arbeiten wir

Boxer

Kurz beantwortet

  • In britischen Praxisdaten mit 3.219 Boxern waren Ohrentzündung (7,2 %), Zahnfleischwucherung (Epulis, 5,8 %), Hornhautgeschwür (5,0 %), Parodontitis (4,6 %), Herzgeräusch (4,3 %) und Hautgeschwulst (4,3 %) die häufigsten Diagnosen; Tumoren als Gruppe betrafen 14,2 % im Jahr.
  • Das mittlere Sterbealter lag bei 10,46 Jahren, die Lebenserwartung laut großer Sterbestudie bei 11,3 Jahren gegenüber 12,7 Jahren bei allen Rassehunden. Häufigste bekannte Todesursachen: Tumoren 12,4 %, Gehirnerkrankungen 9,5 %, Umfangsvermehrungen 8,4 %.
  • Herz: In der italienischen Zuchtuntersuchung von 1.283 Boxern hatten 12,9 % einen Herzbefund, meist Aorten- oder Pulmonalstenose. Bei der Boxer-Kardiomyopathie trugen 36 von 43 getesteten Hunden die Striatin-Deletion; das Holter-EKG ist die entscheidende Untersuchung.
  • Tumor-OP an der Haut nach GOT: 409,17 € bis 1.227,51 € brutto im Rechenbeispiel, Histologie 40,61 € bis 121,84 € dazu; Herzultraschall mit Untersuchung 98,22 € bis 294,67 € brutto. Tumoren: PANDA Basis ausgeschlossen, AGILA 6 Monate, PANDA Komfort und Exklusiv 12 Monate mit Höchstbetrag 6.000 €.

Welcher Tarif passt zu Ihrem Tier?

Vier Fragen, ein Ergebnis aus den Versicherungsbedingungen der Anbieter.

Steckbrief: Wie groß und schwer wird ein Boxer?

Ein Deutscher Boxer erreicht laut FCI-Standard Nr. 144 eine Widerristhöhe von 57 bis 63 cm bei Rüden und 53 bis 59 cm bei Hündinnen. Rüden wiegen laut Standard über 30 kg bei etwa 60 cm, Hündinnen ungefähr 25 kg bei etwa 56 cm. In britischen Praxisdaten lag das mittlere Erwachsenengewicht bei 30,43 kg, Rüden 32,99 kg, Hündinnen 27,56 kg. Der Standard verlangt einen Fang, dessen Nasenrücken halb so lang ist wie der Oberkopf; der Boxer gehört damit zu den kurzköpfigen Rassen, wenn auch mit deutlich längerer Nase als Mops oder Bulldogge.

In Deutschland ist der Boxer verbreitet: Die Mitgliedsvereine des Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH) meldeten 2025 genau 1.050 Boxer-Welpen, Platz 10 der Welpenstatistik, nach 1.029 im Jahr 2024. Der Boxer-Klub e.V. mit Sitz in München verlangt vor der Zuchtzulassung eine Herzuntersuchung durch anerkannte Kardiologen und wertet HD- und Spondylose-Röntgen aus; seit 2014 zählt bei der Herzeinstufung die Gesamtbeurteilung des Kardiologen und nicht allein der gemessene Fließwert.

Boxer: Steckbrief
MerkmalWertQuelle
Widerristhöhe Rüde57 bis 63 cmFCI-Standard Nr. 144 (Fassung 09.07.2008)
Widerristhöhe Hündin53 bis 59 cmFCI-Standard Nr. 144
Gewicht laut StandardRüden über 30 kg, Hündinnen ungefähr 25 kgFCI-Standard Nr. 144
Mittleres Gewicht erwachsen30,43 kg (Rüden 32,99 kg, Hündinnen 27,56 kg)O'Neill et al. 2023, UK, 3.219 Boxer
Lebenserwartung (Median)11,3 Jahre; alle Rassehunde 12,7 JahreMcMillan et al. 2024, UK, Supplement
Sterbealter in Praxisdaten (Median)10,46 Jahre (335 Todesfälle)O'Neill et al. 2023, UK
VDH-Welpen 20251.050 (Rang 10); 2024: 1.029VDH-Welpenstatistik
ZuchtvorgabeHerzuntersuchung, HD- und Spondylose-AuswertungBoxer-Klub e.V.

Quellen: FCI-Standard Nr. 144; O'Neill et al. 2023, Canine Medicine and Genetics; McMillan et al. 2024, Scientific Reports; VDH-Welpenstatistik 2025; Boxer-Klub e.V.

Mit 11,3 Jahren Lebenserwartung und einem Sterbealter von 10,5 Jahren in den Praxisdaten ist der Boxer eine der kurzlebigeren Rassen. Für die Versicherung heißt das zweierlei: Die teuren Jahre kommen früh, und das Höchstalter bei Abschluss von 7 oder 8 Jahren schließt einen älteren Boxer schneller aus als andere Rassen. Mehr dazu unter Hundekrankenversicherung für ältere Hunde.

Welche Krankheiten sind beim Boxer häufig?

Beim Boxer sind nach britischen Praxisdaten Ohrentzündungen, Zahnfleischwucherungen, Hornhautgeschwüre und Hautgeschwülste am häufigsten; teuer und lebensbestimmend sind Tumoren und die Herzerkrankungen der Rasse. Das Royal Veterinary College wertete alle 3.219 Boxer des Jahres 2016 aus: 73,97 % hatten mindestens eine Diagnose, als Gruppen führten Hauterkrankungen mit 17,74 %, Tumoren mit 14,20 % und Ohrerkrankungen mit 10,41 %.

Die Einzeldiagnosen: Ohrentzündung 7,15 %, Epulis 5,84 %, Hornhautgeschwür 5,00 %, Parodontitis 4,63 %, Herzgeräusch 4,29 %, Hautgeschwulst 4,29 %, Übergewicht 3,82 %, Allergie 2,95 %, Aggression 2,80 %, Arthrose 2,55 %, Harninkontinenz 2,02 %, bei Hündinnen 3,70 %. Epulis und Hornhautgeschwür bewerten die Autoren als starke Rassedisposition. Bei den Todesursachen lagen Tumoren mit 12,43 % vorn, gefolgt von Gehirnerkrankungen mit 9,54 % und Umfangsvermehrungen mit 8,38 %; bei 21,10 % blieb die Ursache unbekannt. Weiße Boxer, 10,71 % der Population, unterschieden sich in den 34 häufigsten Diagnosen nicht von den anderen.

Das Herz: Die arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (ARVC), oft Boxer-Kardiomyopathie genannt, zeigt sich durch Extrasystolen, Ohnmachtsanfälle und den plötzlichen Herztod. In einer amerikanischen Verlaufsstudie mit 72 Boxern trugen 36 von 43 getesteten erkrankten Hunden die Striatin-Deletion, rund ein Drittel hatte Ohnmachtsanfälle; die Überlebenszeit unterschied sich nicht von gesunden Kontrollen, die Prognose sei bei vielen Hunden gut. Die Tierkardiologie der LMU München wertet mehr als 100 Extrasystolen im 24-Stunden-EKG als Hinweis auf ARVC und empfiehlt ein jährliches Screening; behandelt wird mit Sotalol oder Mexiletin plus Atenolol. Angeboren sind dagegen die Aorten- und Pulmonalstenosen: In der italienischen Zuchtuntersuchung von 1.283 Boxern hatten 12,86 % einen Herzbefund, meist eine dieser beiden Verengungen. Für die Degenerative Myelopathie, eine Rückenmarkserkrankung alter Hunde mit SOD1-Gentest, haben wir keine belastbare Häufigkeit für den Boxer gefunden.

Häufige Erkrankungen beim Boxer
ErkrankungHäufigkeit laut QuelleTypische Behandlung laut Quelle
Tumoren (alle Arten)14,20 % im Jahr (UK, 3.219 Boxer); häufigste bekannte Todesursache mit 12,43 %je nach Tumor Operation, Chemotherapie; in der Studie nicht beschrieben
Ohrentzündung (Otitis externa)7,15 % im Jahr (UK)in der Studie nicht beschrieben
Epulis (Zahnfleischwucherung)5,84 % im Jahr (UK); starke Rassedispositionchirurgische Entfernung; in der Studie nicht beschrieben
Hornhautgeschwür5,00 % im Jahr (UK); starke Rassedispositionin der Studie nicht beschrieben; klärt die Tierarztpraxis
Herzgeräusch4,29 % im Jahr (UK)Ultraschallkontrolle
Boxer-Kardiomyopathie (ARVC)keine belastbare Häufigkeit gefunden; 36 von 43 getesteten Erkrankten mit Striatin-Deletion (USA)Holter-EKG jährlich; Sotalol oder Mexiletin plus Atenolol (LMU)
Aorten- und Pulmonalstenose12,86 % Herzbefunde bei 1.283 Zuchtboxern (Italien, 1999 bis 2004)Ultraschall-Screening in der Zucht; Behandlung in der Quelle nicht beschrieben
Harninkontinenz (Hündinnen)3,70 % im Jahr (UK)in der Studie nicht beschrieben
Degenerative Myelopathiekeine belastbare Zahl für den Boxer gefunden; SOD1-Gentestkeine Heilung belegt

Quellen: O'Neill et al. 2023 (VetCompass); Meurs et al. 2014; Tierkardiologie LMU München; Bussadori et al. 2009; Zeng et al. 2014.

Die Häufigkeitszahlen stammen aus Großbritannien, Italien und den USA; die italienischen Herzbefunde beziehen sich auf Zuchthunde, nicht auf die Gesamtpopulation. Ob Ihr Hund betroffen ist, klärt die Tierarztpraxis, beim Herzen ein Kardiologe.

Boxer beim Spielen im Freien

Was kosten diese Behandlungen beim Boxer?

Eine Tumor-Operation an der Haut kostet beim Boxer nach GOT im Rechenbeispiel 409,17 € brutto im einfachen und 1.227,51 € im dreifachen Satz; bei einem komplizierten Tumor gilt Nr. 413 mit 196,25 € bis 588,76 € brutto allein für die Operation. Ein Herzultraschall mit Untersuchung kostet 98,22 € bis 294,67 € brutto je Kontrolle. Für das Holter-EKG enthält unsere GOT-Auswertung keine Position, die wir beziffern könnten.

Der Rechenweg beim Tumor: Die Tumor-Operation (GOT-Nr. 412) hat einen einfachen Satz von 66,65 € netto, mit 19 % Umsatzsteuer 79,31 €. Mit allgemeiner Untersuchung, Venenkatheter, Intubationsnarkose, Monitoring, Infusion und drei Injektionen ergibt das Rechenbeispiel 343,84 € netto, × 1,19 = 409,17 € brutto; im dreifachen Satz 1.031,52 € netto oder 1.227,51 € brutto. Die feingewebliche Untersuchung (Nr. 151) kostet 40,61 € bis 121,84 € brutto zusätzlich, umfangreiche onkologische Operationen (Nr. 414) 265,16 € netto allein. Ein Gesäugetumor mit vollständiger Entfernung der Milchleiste liegt im Rechenbeispiel bei 832,20 € bis 2.496,61 € brutto. Eine Praxis in Duisburg nennt als Erfahrungswert für Tumoroperationen 550 € bis 700 €.

Das Herz ist eine Dauerposition: Der Ultraschall (Nr. 180) kostet 58,92 € netto oder 70,11 € brutto im einfachen Satz, mit allgemeiner Untersuchung 98,22 € brutto, im dreifachen Satz 294,67 €; bei ARVC kommt das jährliche 24-Stunden-EKG dazu, und die Antiarrhythmika werden nach der Arzneimittelpreisverordnung berechnet. Hornhautgeschwüre und Ohren werden ambulant behandelt: eine allgemeine Untersuchung mit eingehender Untersuchung des Organs (Nr. 16, 434) kostet 48,64 € bis 145,91 € brutto je Termin. Die Grundregeln stehen unter Tierarztkosten nach GOT.

Boxer: Rechenbeispiele nach GOT, brutto, 1- bis 3-facher Satz
Histologie einer Probe (Nr. 151)40,61 € bis 122 €
Augen- oder Ohrbehandlung, je Termin (Nr. 16, 434)48,64 € bis 146 €
Herzultraschall mit Untersuchung (Nr. 16, 180)98,22 € bis 295 €
Tumor-Operation kompliziert, nur OP-Position (Nr. 413)196 € bis 589 €
Tumor-OP Haut, Rechenbeispiel409 € bis 1.228 €
Mammatumor, Milchleiste vollständig, Rechenbeispiel832 € bis 2.497 €

Eigene Rechnung aus GOT-Einzelpositionen, inkl. 19 % USt, ohne Arzneimittel, Material, Fremdlabor und Chemotherapie. Quelle: GOT 2022, Anlage.

Reale Tumorbehandlungen gehen über die Operation hinaus: Staging mit Röntgen oder CT (Nr. 175: 416,50 € bis 1.249,50 € brutto allein), Chemotherapie und Nachkontrollen summieren sich über Monate. Eine belastbare Gesamtrechnung für eine Tumortherapie beim Boxer aus einer unabhängigen Quelle liegt uns nicht vor; fragen Sie bei einer geplanten Behandlung nach einem Kostenvoranschlag mit GOT-Nummern und Faktor. Auch die Hüfte kann beim Boxer Thema werden; die Positionen stehen unter Hüftdysplasie beim Hund: OP-Kosten.

Worauf muss die Versicherung beim Boxer achten?

Beim Boxer muss die Versicherung Tumoren ohne Höchstbetrag einschließen, erworbene Herzerkrankungen versichern und den Hund überhaupt aufnehmen, denn die meisten Anbieter setzen ein Höchstalter von 7 oder 8 Jahren, und der Boxer wird im Mittel nur 10,5 bis 11,3 Jahre alt. Chemotherapie und Herzmedikamente zahlt nur eine Krankenversicherung mit ausreichender Jahresgrenze.

Tumoren: PANDA schließt Tumoren im Krankenvollschutz Basis aus; in Komfort, Exklusiv und im OP-Schutz sind sie nach 12 Monaten besonderer Wartezeit versichert, für alle Erkrankungen dieser Liste zusammen aber höchstens 6.000 € während der Vertragslaufzeit. Das reicht für eine Operation, nicht für eine Tumortherapie. AGILA nennt 6 Monate besondere Wartezeit für onkologische Erkrankungen; wird ein Tumor in dieser Zeit diagnostiziert, ist er dauerhaft ausgeschlossen. Getsafe nimmt Hunde mit bestehendem Tumor nicht an, BarmeniaGothaer laut Website ebenfalls nicht. Lassie, PETPROTECT und DFV nennen keine Sonderregel; dort gilt die allgemeine Wartezeit. Die Epulis wird operativ entfernt und fällt in jede OP-Versicherung, sofern sie nicht vorher bekannt war.

Herz: Die Aorten- und Pulmonalstenose ist angeboren. PANDA schließt angeborene Herzerkrankungen in allen Tarifen aus, Getsafe angeborene Fehlbildungen, ARAG in Basis und Komfort Herzoperationen. Die Boxer-Kardiomyopathie entwickelt sich später und ist genetisch bedingt: Lassie schließt genetische und rassespezifische Krankheiten aus und nennt die Degenerative Myelopathie ausdrücklich als Ausschluss. PANDA versichert erworbene Herzerkrankungen in Komfort und Exklusiv nach 12 Monaten, im Basis-Tarif sind sie ausgeschlossen; Getsafe nennt 12 Monate. PETPROTECT, BarmeniaGothaer und DFV haben keine Sonderregel für das Herz. Ein bei der Welpenuntersuchung vermerktes Herzgeräusch gilt überall als Vorerkrankung.

Hüfte und Kurzköpfigkeit: HD ist bei DFV ausgeschlossen, bei AGILA nach 6, PETPROTECT nach 12 und Lassie nach 18 Monaten versichert. Das Brachyzephale Syndrom schließen PANDA, PETPROTECT und BarmeniaGothaer aus; beim Boxer spielt es in den britischen Praxisdaten keine Rolle, die Klausel steht aber in den Bedingungen.

Tumoren, Herz und Höchstalter in Hundetarifen
AnbieterTumorenHerzerkrankungenHöchstalter bei Abschluss
Lassiekeine Sonderregel; allgemeine Wartezeit 30 Tagegenetische und rassespezifische Krankheiten ausgeschlossen; Degenerative Myelopathie ausgeschlossenkein Höchstalter
AGILA6 Monate besondere Wartezeit (onkologische Erkrankungen)keine Sonderregel gefundenNeuabschluss bis 8 Jahre
PETPROTECTkeine Sonderregel gefundenkeine Sonderregel gefundenOP-Versicherung bis zum vollendeten 7. Lebensjahr
PANDABasis: ausgeschlossen; Komfort, Exklusiv, OP-Schutz: 12 Monate, max. 6.000 €angeborene ausgeschlossen; erworbene in Basis ausgeschlossen, sonst 12 Monatebis zur Vollendung des 7. Lebensjahres
Getsafebei Abschluss bestehend: nicht versicherbar12 Monate; angeborene Fehlbildungen ausgeschlossenunter 8 Jahren
DFVkeine Sonderregel gefundenkeine Sonderregel gefundenmaximal 8 Jahre
ARAGkeine Sonderregel gefundenBasis und Komfort: Herzoperationen ausgeschlossen8 Jahre (Website)
Figokeine Sonderregel gefundenangeborene Fehlentwicklungen ausgeschlossenkein Höchstalter

Quelle: Versicherungsbedingungen, Produktinformationen und Websites der Anbieter, abgerufen 30.09.2026. Maßgeblich ist der Versicherungsschein.

Jahresgrenze und Chemotherapie: Eine Tumortherapie mit Chemotherapie ist Heilbehandlung ohne Operation. Lassie Mini deckelt sie bei 1.000 € im Jahr, PETPROTECT Komfort bei 500 €, BarmeniaGothaer Top bei 800 €, DFV alle Leistungen bei 5.000 € ab dem dritten Jahr. Ohne Jahresgrenze sind Lassie Maxi, PANDA Exklusiv, PETPROTECT Exklusiv, AGILA Exklusiv und Getsafe Premium.

Abschluss im Welpenalter: Die Herzuntersuchung der Zucht findet ab 12 Monaten statt, die Tumoren kommen mit 8 bis 10 Jahren. Wer den Boxer mit 8 Wochen anmeldet, hat alle besonderen Wartezeiten hinter sich, bevor etwas auffällt, und muss sich um das Höchstalter nie kümmern. Ein Herzgeräusch oder ein Hautknoten in der Akte gilt danach als Vorerkrankung, mehr dazu unter Hundekrankenversicherung bei Vorerkrankung.

OP- oder Krankenversicherung: Eine OP-Versicherung zahlt die Tumor-OP, die Epulis-Entfernung und die Hüft-OP. Chemotherapie, Herzmedikamente, das jährliche Holter-EKG und die Hornhautbehandlung zahlt nur eine Krankenversicherung. Den Unterschied erklären Hunde-OP-Versicherung und Hundekrankenversicherung. Beim Deutschen Schäferhund stellen sich ähnliche Fragen zu Hüfte und Lebenserwartung; alle Rassen stehen unter Hunderassen A bis Z.

Gilt der Boxer als Qualzucht?

Verboten ist die Rasse nicht, aber das Gutachten zur Auslegung des Qualzuchtverbots in § 11b Tierschutzgesetz nennt den Boxer an drei Stellen: unter der Brachyzephalie, beim ausgeprägten Vorbiss (Prognathia inferior) und bei der Hüftgelenksdysplasie, für die es ein Zuchtverbot ab leichter HD empfiehlt. Der FCI-Standard verlangt einen Nasenrücken von halber Oberkopflänge und weite Nasenlöcher; damit liegt der Boxer weit von den extremen Kurzköpfen entfernt, die seit 2022 nach § 10 Tierschutz-Hundeverordnung nicht mehr ausgestellt werden dürfen.

Der Boxer-Klub e.V. hat auf die Herzprobleme der Rasse mit einer Pflichtuntersuchung reagiert und wertet HD und Spondylose vor der Zuchtzulassung aus. Für Käufer eines Welpen zählt deshalb der Herzbefund der Elterntiere, dazu die HD-Auswertung. Fragen Sie außerdem, ob in der Linie Fälle von Boxer-Kardiomyopathie oder plötzlichem Herztod bekannt sind; ein Gentest auf die Striatin-Deletion erkennt einen Teil des Risikos.

Boxer Welpe

Häufige Fragen

Welche Hundeversicherung zahlt beim Boxer Tumoren?

Lassie, PETPROTECT und DFV nennen keine Sonderregel; dort gilt nach der allgemeinen Wartezeit von 30 Tagen beziehungsweise einem Monat der normale Schutz. AGILA versichert onkologische Erkrankungen nach 6 Monaten besonderer Wartezeit. PANDA zahlt in Komfort, Exklusiv und im OP-Schutz nach 12 Monaten, höchstens 6.000 € je Vertrag; im Krankenvollschutz Basis sind Tumoren ausgeschlossen. Für eine Chemotherapie zählt zusätzlich die Jahresgrenze für Heilbehandlungen; ohne Grenze sind Lassie Maxi, PANDA Exklusiv, PETPROTECT Exklusiv und AGILA Exklusiv.

Was kostet eine Tumor-OP beim Boxer?

Nach GOT kostet die Tumor-Operation allein 79,31 € brutto im einfachen Satz, ein komplizierter Tumor (Nr. 413) 196,25 € bis 588,76 €. Mit Untersuchung, Narkose, Monitoring, Infusion und Injektionen ergibt das Rechenbeispiel 409,17 € bis 1.227,51 € brutto, die Histologie kommt mit 40,61 € bis 121,84 € dazu. Ein Gesäugetumor mit vollständiger Milchleiste liegt bei 832,20 € bis 2.496,61 € brutto. Eine Praxis in Duisburg nennt 550 € bis 700 €.

Ist die Boxer-Kardiomyopathie versichert?

Das hängt davon ab, wie der Tarif genetische und erworbene Herzerkrankungen behandelt. Lassie schließt genetische und rassespezifische Krankheiten aus. PANDA versichert erworbene Herzerkrankungen in Komfort und Exklusiv nach 12 Monaten, Getsafe nennt 12 Monate. PETPROTECT, BarmeniaGothaer und DFV haben keine Sonderregel. Angeborene Aorten- und Pulmonalstenosen schließen PANDA und Getsafe aus. Ein bekanntes Herzgeräusch gilt überall als Vorerkrankung; das Holter-EKG und die Antiarrhythmika zahlt nur eine Krankenversicherung.

Kann ich einen 8 Jahre alten Boxer noch versichern?

Nur bei wenigen Anbietern. PANDA nimmt bis zur Vollendung des 7. Lebensjahres auf, die PETPROTECT-OP-Versicherung bis zum vollendeten 7. Lebensjahr, Getsafe unter 8 Jahren, DFV und AGILA bis 8 Jahre. Lassie und Figo kennen kein Höchstalter, verlangen aber eine Gesundheitsangabe; bekannte Tumoren oder Herzbefunde werden ausgeschlossen. Beim Boxer mit 11,3 Jahren Lebenserwartung ist der frühe Abschluss die einzige Möglichkeit, die teuren Jahre versichert zu haben.

Ab wann sollte ich meinen Boxer versichern?

Mit dem Einzug als Welpe ab 8 Wochen, solange kein Herzgeräusch und kein Hautknoten in der Akte stehen. Die besonderen Wartezeiten von 6 bis 18 Monaten für Tumoren, Herz und Hüfte laufen dann ab, bevor typischerweise etwas auffällt. Wer bis zum ersten Befund wartet, bekommt ihn ausgeschlossen, und wer bis 7 oder 8 Jahre wartet, bekommt bei den meisten Anbietern keinen Vertrag mehr.

Weiterlesen

Quellen

  1. O'Neill et al. 2023: Demography, common disorders and mortality of Boxer dogs under primary veterinary care in the UK, Canine Medicine and Genetics, Stand 2023, abgerufen 30.09.2026
  2. Meurs et al. 2014: Natural history of arrhythmogenic right ventricular cardiomyopathy in the boxer dog: a prospective study, Journal of Veterinary Internal Medicine, Stand 2014, abgerufen 30.09.2026
  3. Tierkardiologie der LMU München: Boxer-Kardiomyopathie, Informationen für Besitzer, Stand abgerufen 30.09.2026
  4. Bussadori et al. 2009: Congenital heart disease in boxer dogs: results of 6 years of breed screening, The Veterinary Journal, Stand 2009, abgerufen 30.09.2026
  5. Zeng et al. 2014: Breed distribution of SOD1 alleles previously associated with canine degenerative myelopathy, Journal of Veterinary Internal Medicine, Stand 2014, abgerufen 30.09.2026
  6. McMillan et al. 2024: Longevity of companion dog breeds in the UK, Scientific Reports (Supplementary Table S3), Stand 2024, abgerufen 30.09.2026
  7. FCI-Standard Nr. 144 Deutscher Boxer, Stand Fassung 09.07.2008, abgerufen 30.09.2026
  8. Boxer-Klub e.V. Sitz München: Klarstellung zur Herzuntersuchung beim Boxer, Stand 16.10.2014, abgerufen 30.09.2026
  9. VDH-Welpenstatistik der Mitgliedsvereine 2025, Stand abgerufen 30.09.2026
  10. Gutachten zur Auslegung von § 11b TierSchG (Qualzuchtgutachten), Bundestierärztekammer, Stand abgerufen 30.09.2026
  11. Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) vom 15.08.2022 mit Gebührenverzeichnis, Stand geändert durch Art. 2 V v. 15.3.2023, abgerufen 30.09.2026
  12. Tierarztpraxis Großenbaum, Duisburg: Preise mit Beispielrechnungen, Stand abgerufen 30.09.2026
  13. Lassie: Allgemeine Versicherungsbedingungen OP- und Krankenversicherung, Stand abgerufen 30.09.2026
  14. AGILA: Vertragswerk Tierkranken- und OP-Kostenschutz, Stand 15.07.2026, abgerufen 30.09.2026
  15. PANDA: Allgemeine Versicherungsbedingungen OP-Schutz Komfort 01/2026, Stand 01/2026, abgerufen 30.09.2026
  16. Getsafe: Vertragsbedingungen Tierkrankenversicherung Vollschutz Premium, Stand 2025, abgerufen 30.09.2026
  17. ARAG: Bedingungen Tierkrankenversicherung TierProtect, Stand ABTKV 2024, Stand 02.2025, abgerufen 30.09.2026

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